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01. Oktober bis 28. Februar 2020, Schreibaufruf, Dr. Ringo Müller, »Ihre Bildungsgeschichte!«

Dr. Ringo Müller sucht für seine Forschungsarbeit Menschen, die ihre persönliche Bildungsgeschichte niederschreiben und dem Projekt zur Verfügung stellen möchten. Ab Oktober bis Ende Februar können Sie bei Interesse Ihre Aufzeichnungen einreichen. Den vollständigen Aufruf mitsamt ausführlicherer Informationen können Sie unten als .pdf herunterladen. Es folgt die offizielle Pressemitteilung:

Erzählen Sie uns Ihre Bildungsgeschichte!

Forschungsprojekt an der Universität Erfurt ruft Christ*innen zur Niederschrift ihrer Bildungserfahrungen in der DDR und Nachwendezeit auf.

Für Menschen christlichen Glaubens hielt das DDR-Bildungssystem vielerlei Herausforderungen und Hürden bereit. Um das Abitur zu erreichen, anschließend das gewünschte Studium zu beginnen oder um eine bestimmte Berufsausbildung zu erlangen, mussten etliche Christ*innen Umwege in Kauf nehmen oder scheiterten an ideologischen ebenso wie an strukturellen Barrieren. Viele in der DDR aufgewachsene Christ*innen erinnern sich an Benachteiligungen, die sie während ihres Schulbesuchs, in der späteren Ausbildung, in Studienzeiten oder in der Erwachsenenbildung erfahren haben. Ein Forschungsprojekt an der Universität Erfurt sammelt und untersucht diese Erinnerungen christlicher DDR-Bürger*innen an Bildungsumwege von der sozialistischen Gesellschaft bis in die Gegenwart.

»Uns interessiert, wie Menschen, die aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit in ihren Bildungsbestrebungen benachteiligt wurden, sich heute daran erinnern und wie sich die persönlichen Erfahrungen in unsere bisherigen Forschungen über Ungleichbehandlungen von Christ*innen in der sozialistischen Gesellschaft einpassen.« So der Historiker Ringo Müller, der an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt ein Forschungsprojekt zu »Bildungs(um)wegen« christlicher DDR-Bürger*innen betreut. Dieses analysiert zugleich, wie sich Umwege nach 1989/​90 fortsetzten und sich Bildungserwartungen und -ziele wandelten.

Das Forschungsprojekt gehört zu den insgesamt zwölf Projekten an den Universitäten Jena und Erfurt, die seit einem Jahr in einem übergreifenden Forschungsverbund die Erinnerungsgeschichte an die späte DDR und die Nachwendezeit untersuchen. Die beteiligten Forscher*innen rücken persönliche Erinnerungen an die DDR und an die lange Transformationsphase seit der friedlichen Revolution in den Mittelpunkt. Besonders die Forschungen an der Universität Erfurt gründen auf Interviews mit Zeitzeug*innen. Um neue Perspektiven in der Erinnerungsforschung zu erschließen, startet Ringo Müller innerhalb seines Projektes nun einen Schreibaufruf, der sich an Christ*innen mit entsprechenden Erfahrungen richtet.

Müller: »Wir laden Sie ein, Ihre Bildungsgeschichte niederzuschreiben. Uns interessieren Ihre vielfältigen Bildungserfahrungen im Rückblick auf Ihr bisheriges Leben.« Willkommen sind Texte jedweder Art und ergänzende Materialen. Form und Länge spielen keine Rolle. »Erzählen Sie, woran Sie sich erinnern und wie Sie Ihre Geschichte bewerten.«

Der Schreibaufruf startet am 1. Oktober. Wer sich beteiligen möchte, kann sich entweder unter www.uni-erfurt.de/​schreibaufruf/​go informieren oder direkt an Ringo Müller wenden (Telefon: 0361/​737–4972, Mail: ringo.mueller@uni-erfurt.de). Einsendungen werden bis Ende Februar 2021 erbeten.


Nachfragen für die Presse:

  • Ringo Müller: 0151 61454167 | ringo.mueller@uni-erfurt.de
  • Jens Schley: 0176 22972247 | jens.schley@uni-erfurt.de
    Bildmaterial (lizenzgeprüft) zum Text ist vorhanden. Zusätzliches Dokument: Schreibaufruf.
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Veröffentlicht am: 24. September 2020, 15:00 Uhr