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Vom DDR-Heimatkundeunterricht zum Sachunterricht. Die Grundschule vor und nach 1989

Schulbücher Heimatkunde Klasse 4
Schulbücher Heimatkunde Klasse 4

Der Altersdurchschnitt der Lehrer*innen an Thüringer Schulen liegt bei etwa 50 Jahren. Eine hohe Zahl der heute im Schuldienst tätigen Grundschullehrer*innen in Thüringen wurde in der DDR ausgebildet und erlebte persönlich die gesellschaftliche Umbruchsituation 1989/​1990. Sie wurden Zeitzeugen des bildungspolitischen Umbruchs und Wandels des Unterrichtsfaches Heimatkunde von einem Gesinnungs- zu einem Sachfach, das heute in Thüringer Grundschulen Heimat- und Sachkunde – bundesweit Sachunterricht – heißt. Bildungshistorisch ist dieser Wandel kaum erforscht. Am Beispiel des Fachs Heimatkunde wird untersucht, wie Grundschullehrer*innen, die in der DDR zur politisch-ideologischen Erziehung junger Kinder verpflichtet waren, nach 1989 die grundlegende Neuausrichtung ihres Faches erlebten, mitgestalteten und erinnern.

Wie wurde aus dem Gesinnungsfach ein Sachfach mit kritisch-emanzipatorischem Anspruch? Wie sind Heimatkundelehrer*innen mit diesem grundlegenden Wandel ihres Fachverständnisses umgegangen? Wie haben sie selbst diesen Transformationsprozess berufsbiographisch erlebt, und welchen Einfluss haben die aus ihren Erfahrungen hervorgegangenen persönlichen Werthaltungen und Einstellungen auf den didaktisch-methodischen Umgang mit dem Thema »DDR-Geschichte« im Sachunterricht der Grundschule?

In das Forschungsprogramm ist ein didaktisches Entwicklungsforschungsprojekt integriert:

Sachunterrichtslehrer*innen, Wissenschaftler*innen und Studierende werden gemeinsam Lehr-Lern- Materialien für den Grundschulunterricht zum Thema »DDR-Geschichte« entwickeln, erproben und für die generelle Nutzung im Unterricht verfügbar machen.